Freitag, 2. September 2016

Zukunft der Arbeit: Open Panel des Netzwerks WIM

Das Netzwerk für Unternehmen WIM hat im Juni 2016 in Kooperation mit der WEGE mbH ein Open Panel "Zukunft der Arbeit - Mensch & Digitalisierung für kleine Unternehmen" durchgeführt. Im Historischen Saal in der Ravensberger Spinnerei zu Bielefeld. Ich war dabei. Ein Bildbericht auf wim-owl.de. Drei persönliche Erkenntnisse:

  • Dass Wissen die einzige Ressource sei, die sich vermehrt, wenn man sie teilt, stimmt zwar nicht ganz, da das für so wichtige Dinge wie Liebe, Freundschaft und Freude auch gilt. Aber es war interessant zu sehen, wie kapitalistische Prinzipien (Habgier, Konkurrenz) genau hier an ihre Grenzen stoßen. In der Praxis heißt das z. B., dass Leute, die ihr Wissen produktiv teilen und dennoch (oder deshalb) kein Geld verdienen, anders finanziert werden müssen, etwa über ein garantiertes Grundeinkommen.
  • Ein Hinweis von Andreas Kämmer (Comspace): Kleine Akteure haben bei größeren Firmen eine Chance, wenn sie eine klassische Spezialausbildung als Grafiker, Texter, Informatiker usw. verbinden können mit ihrer nachgewiesenen Fähigkeit zu ganzheitlicher Betrachtung von Prozessen.
  • Am Tisch über soziale Netzwerke entstand die gute Idee, die Beiträge von fünf potenziellen Geschäftspartnern regelmäßig mitzulesen und zu kommentieren, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. 
Nach einem Talk zum Thema "Wie Digitalisierung und Kreativität das Arbeitsleben revolutionieren" konnten die rund 40 Teilnehmer in einem BarCamp Ihre eigenen Perspektiven beisteuern und mitdiskutieren. Am Talk nahmen teil:
  • Dr. Ole Wintermann, Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
  • Antares Reisky, advice+ GmbH, Hamburg
  • Andreas Kämmer, Comspace GmbH, Bielefeld
  • Susanne Füsser, HR-Consulting & Recruiting, Bielefeld

Noch ein paar aktuelle und kontroverse Beiträge zum Thema des Tages:

Wie leben wir 2030?

Ergebnisse des "Foreseight-Prozesses" des Bundesminisiteriums für Bildung und Forschung, kurz dargestellt von meinem Kooperationspartner Jens Jacobsen (München) auf benutzerfreun.de

Jiro Dreams of Sushi

Der Tokioter Sushi-Meister Jiro Ono (90) sagt: "Du musst in deine Arbeit verliebt sein." Ein Porträt bei Förster & Kreuz

Wie das bedingungslose Grundeinkommen die Arbeit veredelt


Fachkräftemangel? Enno Schmidt, Mitinitiator der Schweizer Volksabstimmung über ein Bedingungsloses Grundeinkommen, sagt im Interview mit der taz: "Die Industrie 4.0, also die Digitalisierung und Datenökonomie, wird in den nächsten zwanzig Jahren etwa die Hälfte aller heutigen Arbeitsplätze überflüssig machen. Aber ein Einkommen braucht jeder. Arbeit und Einkommen sind nicht das Gleiche." Warum bedingungslos? "Es ist schwerer, Menschen zu fördern als Sachen und Projekte. Menschen kann man nur mit Interesse am anderen und mit Bedingungslosigkeit fördern. Die Bedingungslosigkeit ist weder spektakulär noch radikal. Radikal sind die tradierten Vorstellungen, die über andere bestimmen wollen." Das ganze Interview auf taz.de