Freitag, 28. Dezember 2012

Die heimliche Wirkung der Lästerworte

Über Kunden zu lästern, scheint eine Versuchung zu sein, der viele Mitarbeiter mit Kundenkontakt kaum widerstehen können. Wie es sich auf den eigenen Service auswirkt, wenn die Kellner von Ausflugslokalen die Ankunft eines Reisebusses vor dem Lokal als "Urnenöffnung" bezeichnen, wenn ein Verkäufer seine Kunden intern "Rosinenpicker" nennt, wenn Bankmitarbeiter ihre Kunden pauschal als "Risiken" klassifizieren, oder wenn Marktforscher Kunden mit Sonderwünschen und Zusatzfragen als "Terroristen" zur Fahndung ausschreiben, hat die Marketing-Beraterin Anne Schüller in business-wissen.de beobachtetEin Beitrag zum Thema "die Macht der Worte".

Freitag, 10. August 2012

Eine Software hilft gegen Kanzleideutsch

Kann man Kanzleideutsch mit einer Software bekämpfen? Ja, das geht. Viele amtliche Mitteilungen quälen ihre Leserinnen und Leser mit unübersichtlichen Schachtelsätzen, Passivkonstruktionen, zusammengesetzten Substantiven, Adjektiv- und Genitiv-Häufungen. Das Programm LinguLab erkennt die meisten Mängel solcher Texte. Mein Gastbeitrag auf Lingulab.de

Mittwoch, 8. August 2012

Psychologen untersuchen die Macht der Worte

Auf die Macht der Worte wies der amerikanische Psychologe Daniel Kahneman in einem Gespräch mit dem SPIEGEL hin (Ausgabe 21/2012). Sie wurde in psychologischen Experimenten nachgewiesen. Allerdings pflegen die Psychologen offenbar weiterhin das merkwürdige Missverständnis, unsere Gefühle und unsere Intuition aus unserem »bewussten Ich« auszuklammern.

Montag, 4. Juni 2012

Der Texter und die Textmaschine – Protokoll einer Begegnung

Die Stuttgarter Unternehmen LinguLab bietet eine von Linguisten entwickelte Software an, die Texte automatisch daraufhin testet, ob sie  benutzerfreundliche Webtexte sind. Was dahinter steckt, wollte ich als Webtexter wissen. Kann die Software nicht etwa ersetzen? Pfuscht sie mir ins Handwerk? Oder kann ich sie selber für mein Geschäft einsetzen?
Als professioneller Webtexter bin ich natürlich davon überzeugt , dass meine individuelle Dienstleistung unentbehrlich ist. Und war entsprechend skeptisch gegenüber LinguLab. Als aktiver Mitstreiter des Texterverbandes fühlte ich mich verpflichtet, der Sache auf den Grund zu gehen. Ich meldete mich also im März 2012 als pro Benutzer bei www.Lingulab.de an. Die Anmeldeprozedur war unübersichtlich und ließ die Frage ungeklärt, ob ich mich für sieben oder 30 Tage kostenlos angemeldet hatte. Egal! Dafür ist die Benutzung der Programmoberfläche intuitiv und schnell zu erlernen.

Samstag, 10. März 2012

Warum Leute bescheuerte Autos kaufen

Der amerikanische Marketingexperte Geoffrey Miller hat analysiert, warum Leute völlig unnütze Produkte kaufen, z. B. Hummer-Geländewagen. Er versucht, in der Evolution Gründe zu finden, und vergleicht dieses seltsame Verhalten mit Pfauen, die sich selbst mit riesigen Schwanzfedern behindern, nur um Eindruck bei den Weibchen zu schinden. Hier eine Zusammenfassung auf benutzerfreun.de. Und eine Kritik von mir:

Sonntag, 29. Januar 2012

Eine Quelle des Denglischen: die deutsche Angst vor Metaphern

Am 24.9.2011 sagte ein Radiojournalist in WDR 3: "Beirut, getrennt durch die green line, die so genannte grüne Linie..."
Warum übernahm er die Metapher, als er sie auf Englisch zitierte, und distanzierte sich davon, als er sie wörtlich ins Deutsche übersetzte? Warum können englische Journalisten eine Grenze einfach "grüne Linie" (green line) nennen (wohl weil sie mal jemand auf einem Stadtplan mit grünem Stift eingezeichnet hat), deutsche aber nicht? 
Die deutsche Furcht vor einfachen, griffigen Metaphern - und die englische Liebe zu einfachen, griffigen Metaphern - dürfte eine wichtige Quelle für das Phänomen "Denglisch" sein. Denn sie führt dazu, dass solche Metaphern nicht ins Deutsche übersetzt werden.

Freitag, 20. Januar 2012

Positive Wörter überwiegen stark

Zumindest im englischen Texten kommen viel mehr positiv wertende als negativ wertende Wörter vor. Auch wenn die Grundaussage eines Satzes negativ ist, verwendet man meist eher positiv gefärbte Wörter. Das haben amerikanische Sprachwissenschaftler in einer interessanten Untersuchung anhand von sehr vielen Texten der New York Times, aus Büchern bei Google Books, aus Musiktexten und aus twitter-Meldungen nachgewiesen. Als Ursache vermuten sie, dass Sprache grundsätzlich der pro-sozialen Kommunikation dient.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Mobile Inhalte müssen noch stärker gekürzt werden

Wie der Usability-Spezialist Jakob Nielsen bei Benutzertests herausgefunden hat, müssen Meldungen für mobile Apps noch deutlich stärker gekürzt werden als bei Online-Meldungen ohnehin schon üblich. Obwohl die Leute ihre Smartphones oft nutzen, um die Zeit totzuschlagen, hassen sie Füllwörter und sekundäre Informationen. Alles Sekundäre gehört auf Folgeseiten.
Nielsens Originaltext

Online-Banking auf Bönnsch

Die Bonner Sparkasse bietet ihr Online-Banking auch auf Bönnsch und auf Kölsch an - mit witzigen Warnungen wie: „Opjepass: Sonst sin de Nüsele fott.“ Bericht bei Fit for Usability. Wer hätte das gedacht, dass man sogar hässliches Bankdeutsch einbönnschen kann: „Ömbochung“, „Dueropdraach“, „Lassschreff“... Sofort hört sich das charmant an.

Aber so richtig fluppen würde das wohl erst, wenn die Dialoge gesprochen würden und man das hören könnte. Geschriebener Dialekt sieht ja doch immer ein bisschen seltsam aus.