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Dienstag, 19. März 2019

Umgang mit Mördern: Nennt ihre Namen nicht!

Liebe Neue Westfälische,
musstest Du wirklich im Zusammenhang mit dem Massenmord von Christchurch dreimal den Namen des Massenmörders von Oslo wiederholen? Es ist schlimm genug und eine Zumutung für die Menschheit, dass der Mörder noch lebt. Das soll kein Plädoyer für die Todesstrafe sein, sondern dafür, dass Massenmörder noch während der Tat in Notwehr getötet werden. 

Dienstag, 5. Januar 2016

Zukunftsmeldungen werden oft zu Lügen


Am 9.12.2015 meldete die Neue Westfälische mit vielen anderen Zeitungen groß auf Seite 2: »Wende im NSU-Prozess«. Darüber ein großes Foto der angeklagten Faschistin und mutmaßlichen Mörderin. Darunter die Unterzeile: »Tagesthema: Die Hauptangeklagte B. Z. will nun ihr mehrjähriges Schweigen brechen.« Der erste Absatz des Artikels: »Was will B. Z. wohl aussagen? (…) Der 249. Verhandlungstag könnte eine Wende im Münchener NSU-Prozess bringen.« Es folgen rund 70 Zeilen, die nur offene Fragen, Spekulationen und kalten Kaffee enthalten. Die Schlagzeile »Wende im NSU-Prozess« war eine glatte Lüge, denn in Wirklichkeit hatte es am Vortag keinerlei Wende in jenem Prozess gegeben.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Namen und Projektskizzen, die Geld locker machen

Eine Idee von korffTEXT (Newsletter, November 2014)

»Das Zwitschern der Bäume« 2014 und »Teuto ohne Auto« 2005 – das waren zwei Beispiele für ungewöhnliche Umweltprojekte mit kulturellem Anspruch, die dank Geld aus Sponsorenbudgets und Sonderetats den Sprung aus der Powerpointwelt in die erlebte Wirklichkeit geschafft haben. In beiden Fällen war korfftext schon im Vorfeld mit Ideen, einem schlagkräftigen Namen und mit lebendigen, mitreißenden Projektskizzen maßgeblich am Erfolg beteiligt. In beiden Fällen jeweils gemeinsam mit einer Werbeagentur (montale 2014, Crossmedia Design 2005). In beiden Fällen mussten wir die Projekte komplett von Null auf entwickeln, Mitstreiter finden und sie politisch durchsetzen – hier über den BUND Bielefeld und den BUND NRW

Freitag, 12. April 2013

Gute Werbung: "Werkers Welt"

Die frühere Klein-Baumarktkette Zeus wurde von Hagebau übernommen und ging im Januar 2013 unter dem neuen Markennamen "Werkers Welt" auf den Markt. Der Claim lautet: "So nah, so gut, so passt's". Das Logo kombiniert die beiden W zu einem im Zickzack aufgeklappten Zollstock. Aus Textersicht eine viel versprechende Werbung, die klassische rhetorische Mittel einsetzt.

Dienstag, 9. Februar 2010

Freie Menschen im Unternehmen

Der britische IT-Trainings-Unternehmer Henry Stewart (Happy Computers) hat Erfolg mit hohen Preisen und Super-Personal und freien Menschen im Unternehmen. Die gewinnt er, indem er die Bewerber einen Tag lang zeigen lässt, ob sie ein besonderes Händchen für die Arbeit haben, für die sie sich beworben haben, und ob sie Kritik aufnehmen können.
Ein Firmenporträt von Anja Förster und Peter Kreutz

Als Texter merke ich an: Der simple, aber wirksame Firmenname und Slogan ("Happy computers, happy elearning, happy people") trägt sicher das seinige zum Erfolg der Firma bei - sowie die Selbstverpflichtung, als "Carbon Zero Company" ("Null-CO2-Unternehmen") zu arbeiten.

Mittwoch, 5. August 2009

Wolf Schneiders Sprachkritik im Video

Seit Mai 2009 gibt es auf www.sueddeutsche.de Videoclips mit kurzen Sprachkritiken des Altjournalisten und Sprachexperten Wolf Schneider ("Deutsch fürs Leben"). Schneider seziert dort z. B. die unangenehmen Aspekte der Worte "Verbraucher" und "Beziehung" ("Früher hieß das Liebe...") oder des/der Stellvertreter/-in des/der Intendanten/-tin. Schneider ist übrigens einer der wenigen Kritiker der feministischen Grammatik, der zur Kenntnis nimmt und würdigt, dass unsere herkömmliche Sprache und Grammatik tatsächlich dazu neigt, Frauen zu diskriminieren.

Etwas unpassend sind allerdings Schneiders Ausfälle gegen Lehrer. In dem Beitrag "Die Rache der Kevins" fordert er Jungen mit dem Vornamen Kevin sogar auf, es ihren Lehrern "eines Tages heimzuzahlen - irgendwie". Ein übler Missgriff in Zeiten der Amokläufe und Lehrermorde. Hintergrund ist eine Umfrage, bei der befragte Lehrer so ehrlich waren zuzugeben, dass sie mit Vornamen wie Kevin und Chantal sofort etwas Negatives assoziieren. (Ergänzt am 4.3.2010)

Montag, 9. Februar 2009

Namen sind Milch

Namen sind Schall und Rauch? Von wegen!

Rinder mit Namen geben mehr Milch

London (dpa). Kühe mit persönlichem Namen geben einer Studie zufolge mehr Milch als ihre namenlosen Artgenossen. Forscher der britischen Newcastle-Universität fanden heraus, dass Kühe, die insgesamt mehr Zuneigung erfahren, auch glücklicher sind und darum größere Milchmengen produzieren. Eine Kuh, die nur wie eine unter vielen behandelt wird, gebe pro Jahr bis zu 258 Liter weniger Milch. Für die Studie wurden 516 Milchbauern befragt.

© 2009 Neue Westfälische, 29. Januar 2009