Donnerstag, 22. Dezember 2011

Gute Werbung: Altersrabatt beim Optiker

Ein Herforder Augenoptiker hat sich Ende 2010 etwas Witziges ausgedacht, um ältere Leute als Kunden zu gewinnen: einen Altersrabatt auf Brillenfassungen. Die Rabattrate entspricht dem Lebensalter; je älter die Kundinnen und Kunden sind, desto mehr Rabatt bekommen Sie. 

Freitag, 21. Oktober 2011

Werbebroschüren liest keiner? Und ob!

Die Texterin Doris Doppler nennt in business-wissen.de zehn Vorteile von Werbebroschüren (und widerlegt eindrucksvoll das Vorurteil, dass dieses Werbemedium hoffnungslos veraltet sei):
  1. Sie stellen ein Verkaufsgespräch nach.
  2. Sie vermitteln Echtheit.
  3. Sie sind nützlich für die Leser, z. B. durch Checklisten.
  4. Sie sind praktisch und überall sofort lesbar.
  5. Sie sind sehr vielseitig einsetzbar und gestaltbar.
  6. Sie sind als Medium vertraut.
  7. Sie wirken, in Kombination mit einem persönlichen Anschreiben, persönlich.
  8. Sie bieten die Chance, visuell (z. B. mit Fotos) zu klotzen.
  9. Sie unterstützen Online-Kampagnen im Marketing-Mix.
  10. Sie können wie ein Geschenk wirken.

Dienstag, 27. September 2011

Lebendige Tiere und Pflanzen schützt man besser mit lebendigen Texten

Wer Texte zu Themen des Naturschutzes liest, beispielsweise Stellungnahmen von Naturschützern zu aktuellen Bauprojekten, stößt sehr häufig auf Sätze wie diesen:

Im Vorfeld des Bauantrages hatte der Antragsteller Unterlagen zur Prüfung der Notwendigkeit einer Umweltverträglichkeitsprüfung für die Verlegung des namenlosen Strothbachnebengewässers eingereicht.
Im Bereich des Naturschutzes - und schon ist mir ein typischer Ausdruck jener Sprache entschlüpft, um die es hier gehen soll – grassiert ein grauenhaftes Kanzleideutsch, in all seiner jahrhundertelang eingeübten Starrheit, Staubigkeit und ächzenden Schwerfälligkeit.  Warum ist das schlimm? 

Montag, 26. September 2011

Wirkungsvoll präsentieren trotz PowerPoint

Der Rhetoriklehrer Matthias Pöhm wusste es schon 2004: Die meisten PowerPoint-Folien unterstützen Vorträge nicht, sondern zerstören sie. Zumindest wenn man die Wirkung des Vortrags auf die Zuhörer betrachtet.Ich selbst habe 2010 das Thema aufgegriffen mit dem Fachbeitrag: Sieben sichere Methoden, mit PowerPoint Ihr Publikum einzuschläfern.

Die Rhetoriklehrerein Anita Hermann-Ruess kommt jetzt in einem Beitrag für business-wissen.de zu ähnlichen Ergebnissen. Als Ausweg empfiehlt sie PowerPoint-Präsentationen, die im Hintergrund bleiben. Die Folien sollen nur aussagekräftige Schlagzeilen, Grafiken, Animationen und metaphorische Fotos enthalten. Sie sollen sich auf wenige, besonders gute Argumente beschränken und nur ein Argument pro Folie illustrieren.

Die Macht der Worte demonstriert sie an einem Beispiel: Der Liedermacher Konstantin Wecker erzählte einmal in einer Talkshow, dass ihn viele Menschen überzeugen wollten, keine Drogen mehr zu nehmen. Er empfand sie alle als langweilige Spießer. Doch dann hat ein einziger Satz seiner Mutter ihn zur Umkehr bewegt. Sie sagte: „Wie kann ein Mensch, dem Freiheit so viel bedeutet, sich von einem Stoff so abhängig machen?“

Donnerstag, 8. September 2011

Kurzfilm über die Macht der Worte



Der schöne Kurzfilm "The Power of Words" der britischen Werbeagentur Purplefeather zeigt die Macht der Worte. Leider bislang nur auf Englisch. Der schlagende Text auf der Pappe, der am Ende des Films gezeigt wird, ist eine bewegende Headline, die mit einem altbewährten rhetorischen Mittel arbeitet: Pars pro toto (ein Teil, das fürs Ganze steht). Sie könnte auf einem Plakat stehen, unter dem Blickfang einer Anzeige oder über einer Reportage.
Danke an Frank Wulf für den Tipp.

Freitag, 22. Juli 2011

Corporate Identity wird oft übertrieben

Die Unternehmensberaterin Tanja Laube skizziert in business-wissen.de "Sieben Schritte zur Markenpositionierung". Da kommt die ganze Corporate-Identity-Palette wieder mal zum Einsatz. Ich melde Zweifel an und stelle fest: In der Praxis führt "Corporate Identity" oft dazu, dass das Publikum bei Präsentationen einschläft, dass Werbematerialien ungelesen bleiben und wichtige Werbebotschaften von unwichtigen Logos und nichtssagenden Claims verdeckt werden.

Dienstag, 14. Juni 2011

6 Thesen, über die man bald in Bielefeld spricht

  1. Falsch: Ihr Firmenporträt am Anfang der PPT-Präsentation.
    An den Anfang gehört eine Nachricht, eine These oder eine Frage.
  2. Falsch: PPT-Folien auf Papier ans Publikum herausgeben.
    Verteilen Sie stattdessen einen gedruckten Fachbeitrag.
  3. Doch, Internet-Besucher wollen lesen.
    Sie lesen lange Wikipedia-Artikel und suchen Infos, Geschichten und Bilder über Produkte.
  4. Kanzleideutsch in Geschäftsbriefen ist schlechter Service.
    Schreiben Sie so, wie man spricht! Schreiben Sie Verben!
  5. Wir können sehr wohl davon leben, uns gegenseitig die Haare zu schneiden.
    Es gibt einen Wohlstand ohne Stahl und Beton.
  6. Zum autofreien Sonntag Bielefeld-Herford kommen 50.000.
    Nutzen Sie Ihre Chance am 25. September 2011!

Mittwoch, 11. Mai 2011

Sonntag, 20. März 2011

Zeit für einen neuen Begriff: unternehmensnahe Industrien

In aller Munde ist ein merkwürdiger Doppelbegriff. Er lautet: "unternehmensnahe Dienstleistungen". Er soll der Tatsache Rechnung tragen, dass die deutsche Wirtschaft zu mittlerweile 70% im Dienstleistungsbereich stattfindet, mit steigender Tendenz. Dazu hier ein paar Daten der Dienstleistungsoffensive Baden-Württemberg. Merkwürdig an dem Begriff ist, dass er so tut, als seien Dienstleistungs-Unternehmen keine richtigen Unternehmen. Unternehmen im Sinne dieses Begriffes sind stets Industrie-Unternehmen, in deren Peripherie sich Dienstleister als Zulieferer befinden. Doch wie steht es mit dem umgekehrten Fall?

Dienstag, 15. März 2011

Gute Zeiten für gute Webtexte

Das sog. Google-Farmer-Update schlägt derzeit Wellen in der amerikanischen und deutschen SEO-Szene (SEO = Suchmaschinen-Optimierer). Der SEO-Marketing-Blog kommt zu dem Schluss: Google bestraft (derzeit erst in Usa) gezielt sog. Content-Farmen, also Websites mit zusammenkopierten Inhalten, die nur dazu dienen, Google-Anfragen abzufangen. Und Google belohnt Websites mit hochwertigen, selbst geschriebenen Texten, die wirklich die Fragen der Suchenden beantworten. Also gute Webtexte. 
Ich zitiere den Autor zu den praktischen Konsequenzen:
Natürlich zahlt es sich aus, viel Zeit in die Recherche, das Verfassen und Redigieren von Texten zu investieren... ja, es gibt x Möglichkeiten, hochqualitative Inhalte erstellen zu lassen. Die bekannteste dürfte ein eigener Texter sein, der sich regelmäßig um hochwertigen Content bemüht. Gerade Freiberufler können in diesem Bereich auch optimal eingebunden werden...  Spätestens seit sich in den meisten Köpfen verankert hat, dass Texte mit den häufigsten Suchanfragen matchen sollten (steht so übrigens auch schon seit Jahren in den Google Webmaster Guidelines), sollte man sich aber auch vor Augen führen, dass man – wenn das Know-How hierfür inhouse nicht vorhanden ist – eben auch einen Profi für die Texterstellung ins Boot holen muss.

Freitag, 18. Februar 2011

Vorsicht beim Aktualisieren von Online-Shops!

Schon viele sog. Relaunches (Aktualisierungen) von Online-Shops, die über Jahre einen Kundenstamm aufgebaut hatten, haben in die Katastrophe geführt: drastische Einbrüche bei der Konversionsrate (dem Anteil der Besucher, die am Ende etwas bestellen). Über solche Beispiele berichtet Matthias Henrici von Web Arts im Portal iBusiness.

Ursachen sind:

Samstag, 12. Februar 2011

Sei kein Mubarak! Freiheit für die Kunden!

Die Kunden-Untreue-Karte: Die Business-Querdenker Förster & Kreuz stellen den Londoner Cafetier Gwilym Davies vor, der die millionenfach abgelutschte Idee der Kunden-Treuekarte genial umgedreht hat: Wer bei acht verschiedenen Wettbewerbern einen Kaffee getrunken und sich einen Stempel geholt hat, bekommt den neunten Kaffee bei Davies umsonst. So merken sie am Ende, dass der Kaffee bei Davies eben doch am besten schmeckt.

Den Mut des Cafetiers wünsche ich meinen Website-Kunden! Ich predige seit Jahren: Lasst die Leute aus eurer Website gehen, wann sie wollen! Lasst sie externe Links im gleichen Fenster oder Tab öffnen, wie sie wollen. Sie tun es ja ohnehin. Lasst sie eure Services und Preise mit dem Wettbewerb vergleichen. Sie tun es ja ohnehin. Erleichtert euren Kunden das Leben, anstatt es ihnen zu erschweren. Wer glaubt, er könne seine Kunden weiterhin behindern oder herumkommandieren, muss schon ein Stromkonzern sein. In allen anderen Fällen ist er schief gewickelt.

Freitag, 4. Februar 2011

5 Tipps für E-Mail-Betreffzeilen

Catherine Kimmle hat für ihren Marketing-Shop-Blog recherchiert, welche Betreffzeilen von Werbe-E-Mails und Newsletters am ehesten dazu führen, dass die E-Mails geöffnet werden: Spitzenreiter sind Sonderangebote und Gratisangebote. Daraus hat sie fünf Tipps für gelungene Betreffzeilen abgeleitet:
  • Fasse dich kurz!
  • die richtigen Worte
  • Mehrwert aufzeigen
  • Personalisieren
  • Varianten testen
Die in Kimmles Grafiken verwendeten Abkürzungen EMEA und APAC stehen für die Wirtschafts-Großräume Europa-Nahost-Afrika (EMEA) und Asien-Pazifik bzw. Fernost und Australien (APAC). Allerdings glaube ich nicht, dass da wirklich jemand in Afrika, Iran, China oder Indonesien etwas gemessen hat.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Lügen mit Zahlen - ein Buch macht Karriere

Es wird Zeit für ein bisschen Eigenlob! Das Buch "Lügen mit Zahlen - Wie wir mit Statistiken manipuliert werden" von Gerd Bosbach und mir ist am 24. Januar 2011 erschienen und wurde sogleich in der WELT, der Frankfurter Rundschau, der Berliner Zeitung, im Kölner Stadt-Anzeiger und bei WDR 3 Resonanzen besprochen und gelobt: als Beitrag zur Aufklärung und als erstaunliches Beispiel dafür, wie man ein Horrorthema wie Statistik selbst für "mathematische Blindfische" (Annette Hager) spannend, witzig und verständlich aufarbeiten kann. Aktuelle Meldungen zum Buch gibt es bei Twitter.

Kurztexte im Internet, in Formularen - klein, aber wichtig

Mein Kollege Jens Jacobsen hat in seinem Newsletter benutzerfreun.de zusammengetragen, welch ungemein große Wirkung unscheinbare Kurztexte auf Webseiten, in Formularen und Transaktions-E-Mails entfalten können. Immer wieder erstaunlich zu sehen, wie sehr ein einzelner kleiner Satz darüber entscheiden kann, ob ein Kunde sauer wird oder erfreut. Ein wichtiger Baustein im Service-Design.

Dienstag, 25. Januar 2011

10 Jahre Wikipedia: Programmierer kooperieren besser als Texter

Vor 10 Jahren, im Januar 2001, gründeten Jimmy Wales und Larry Sanger die Internet-Enzyklopädie Wikipedia (Geschichte der Wikipedia). Der Gedanke einer Internet-Enzyklopädie wurde angeblich erstmals 1993 von dem Informatiker und Bibliothekar Rick Gates diskutiert. Das Bearbeitungsprinzip eines Wiki, bei dem jeder Leser zugleich ein potenzieller Autor ist, entwickelte der Programmierer Ward Cunningham 1994. Es diente Programmierern dazu, ihre Programm-Entwürfe zu dokumentieren.

Die Wikipedia ist das größte Textprojekt aller Zeiten, an dem ich seit 2004 als Wikipedianer mitarbeite. Leider muss ich zur Schande meines Berufsstandes, der Texter und Schriftsteller, hier feststellen, dass dieses Projekt nicht von Textern, sondern von Informatikern und Programmierern erfunden und entwickelt wurde. Und das ist, so scheint mir, kein Zufall.

Dienstag, 18. Januar 2011

Bildmotive zum Thema Netzwerk

Endlich mal was anderes als Händedrucke und Spinnennetze:

Die Bildagentur Photocase hat im Januar 2011 einen Leuchtkasten zum Allerweltsthema Netzwerk zusammengestellt - mit einigen interessanten Ideen.

Und auch die Sammlung zum Allerweltsthema Reisen ist spannend anzuschauen.