Montag, 6. Dezember 2010

Senioren zahlen prompt

Der Karlsruher Malermeister Werner Deck hat sich auf ältere Kunden spezialisiert, weil die in der Regel die Rechnung prompt bezahlen. Und er hat sich allerlei hübsche, effiziente Kleinigkeiten einfallen lassen, um seinen Kunden im Gedächtnis zu bleiben und von ihnen weiterempfohlen zu werden. Außerdem verschickt er wirksame Werbebriefe, macht wirksame Anzeigenwerbung, twittert und bloggt. Das erzählt er im Interview mit den Marketingberatern Förster & Kreuz.

Freitag, 12. November 2010

Bitte keine Furz-Apps mehr! Und keine Ungen, Heiten und Keiten!

Die Marketing-Coaches Förster & Kreuz haben ein schönes Kontrastbeispiel zum geschäftsüblichen Kanzleideutsch gefunden: „Wir haben im App Store mehr als 25.000 Apps. Wir brauchen keine Furz-Apps mehr. Wenn deine App nichts Nützliches kann oder nicht in irgendeiner Form dauerhafte Unterhaltung bietet, wird sie möglicherweise nicht zugelassen.“

Förster & Kreuz sagen es: "Eine klare Sprache ist der Schlüssel. Denn Sprache bestimmt das Denken: Eine klare Sprache mündet letztlich in klare Produkte, klares Design und klare Botschaften. Und daraus wird klarer Erfolg."

So ist es. Doch was hält so viele davon ab?

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Sprechen Sie Bahnhof?

Auch dies ist ein Text- und Usability-Problem!



Szene aus Jacques Tatis Film: "Les vacances de Monsieur Hulot" ("Die Ferien des Monsieur Hulot", 1953)

Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Ihre Durchsage von niemandem verstanden wird, müssen Sie Folgendes tun:

Montag, 13. September 2010

Wir lesen noch - und sei es im Internet

Jens Jessen kritisierte in der ZEIT (23.7.2010) die üblichen kulturpessimistischen Meldungen über den angeblichen Niedergang der Schriftkultur. Sie übersehen meist, dass die Leute auch im Internet vor allem eines tun: Texte lesen. Jessen, bezogen z. B. auf YouTube-, flickr-Kommentare:
Im Internet läuft, neben anderem, auch ein großer Transmissionsriemen, der unablässig Bilder und Töne in Texte übersetzt.

Montag, 26. Juli 2010

Die ersten drei Google-Treffer sahnen 63% der Klicks ab, sagt Chitika

Nach einer Stichprobe von Chitika Research kam rund 34% des von Google erzeugten Verkehrs über den jeweils 1. Platz im Suchergebnis; 17% über den 2. Platz und 11% über den 3. Platz; insgesamt also 63% über die ersten drei Plätze. 32% kamen über die Plätze 4-10; nur 5% über alle folgenden Treffer. So wiedergegeben bei at-web.de 11.6.2010

Leider sagt die Meldung nichts Genaueres über die Art der Suchabfragen, die man getestet hat. Erfahrungsgemäß unterscheiden sich diese Verhältnisse stark je nach Art der Suchabfrage.

Mittwoch, 14. Juli 2010

72% der Deutschen online, immer mehr Senioren

Die aktuellen Zahlen zur Internetnutzung der verschiedenen Altersgruppen:

  • Deutsche insgesamt: 72%
  • 14-29jährige: 96%
  • 30-49jährige: 87%
  • 50-59jährige: 72% (79% der Männer, 64% der Frauen)
  • 60-69jährige: 54%
  • 70jährige und älter: 23%
Dabei holen die Senioren am schnellsten auf.
Das sind die zentralen Ergebnisse der Internetnutzung nach Altersgruppen im (N)ONLINER Atlas 2010, einer Studie der Initiative D21, durchgeführt von TNS Infratest. Nach ibusiness 9.7.2010. Den kompletten ibusiness-Artikel mit Chart gibt es bei mir.

Dienstag, 18. Mai 2010

100.000 Besucher bei autofreiem Sonntag in Hannover

Zum dritten autofreien Sonntag in der Innenstadt von Hannover kamen am 16. Mai rund 100.000 Besucher. Während die Sonne schien und der Wind blies, genossen es die Leute, zu Fuß oder per Fahrrad auf vierspurigen Straßen zu wandeln und informierten sich dabei über hunderterlei Möglichkeiten zum Klimaschutz.

Schaumburger Nachrichten 16.5.2010

Übrigens: Am 29. September 2013 gibt es wieder einen autofreien Sonntag zwischen Bielefeld und Herford unter dem Motto "Ohne Auto mobil".

Freitag, 7. Mai 2010

Empathie und Kooperation sind stärker

Der usamische Vordenker Jeremy Rifkin sagt in seinem Buch „Die empathische Zivilisation – Wege zu einem globalen Bewusstsein“: Die von Empathie geprägten friedlichen Zeiten überwiegen in der Menschheitsgeschichte. Kooperation siegt letztlich über Konkurrenz. Das vom Geist einer monströsen Plünderung geprägte Industriezeitalter ist vorbei. Aber die Verteidiger des alten Denkens dominieren leider immer noch in den Konzernführungen und Regierungen. Hier ein Interview der Marketing-Vordenkerin Anja Förster mit dem "wandelnden Thinktank".

Mittwoch, 7. April 2010

Macht das Sinn? Ja, das macht Sinn

Joachim Graf hat in seinem empfehlenswert hintergründigen Internet- und Marketing-Journal ibusiness die "26 nervigsten Wort-Hülsenfrüchte in Internet- und Social-Media-Präsentationen" aufgespießt (Originalbeitrag im Premiumbereich; auf Anfrage bei mir erhältlich).

Darunter findet sich auf Position 2 auch die beliebte Formulierung "Das macht Sinn" (direkt übersetzt aus dem Englischen: "that makes sense"). Für diese Floskel, die Sprachpuristen immer wieder angreifen, will hier eine Lanze brechen. Nicht alles, was direkt aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt wird, ist schlecht. Dieser Ausdruck macht in meinen Augen wirklich Sinn, weil er besser als der ursprüngliche deutsche Ausdruck "Das ist sinnvoll" darauf eingeht, dass Sinn durch bestimmte Maßnahmen gezielt erzeugt wird. Der kurze, knackige Dreisilber (so was ist klassisch eigentlich immer gut) nimmt nicht nur das normativ und apodiktisch angehauchte Präsens "Das ist sinnvoll" auf, sondern auch die Prognose: "Das wird sich als sinnvoll erweisen."

Donnerstag, 11. März 2010

Rhetorik: zweifelhafte Mehrabian-Studie

Von Stimmtrainern und manchen Rhetoriklehrern wird sie immer wieder gern zitiert: eine Studie des amerikanischen Psychologen Albert Mehrabian aus dem Jahr 1967, aus der angeblich hervorgeht, dass wir bei Auftritten vor Gruppen 55 % unserer Wirkung mit der Körpersprache erzielen, 38 % mit der Stimme und nur 7 % mit dem Inhalt, also den Worten. Hier ein Beispiel für solche Zitate.
Und hier ein aktuelles Beispiel auf business-wissen.de (Mai 2012)

Diese Interpretation hat sehr wenig mit dem zu tun, was Mehrabian damals wirklich gemessen hat.

Mittwoch, 3. März 2010

Gute Werbung, schlechte Werbung: "Menschen, Marken, Maschinen"

Bielefeld Marketing hat sich mit dem Slogan "Made in Bielefeld: Menschen, Marken, Maschinen" erfolgreich darum beworben, dass Bielefeld Ausrichter des NRW-Tages 2014 wird. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg! Doch ist der Slogan eine gute Idee? Dafür sprechen folgende Gründe:

  • Die Alliteration "Me..., Ma..., Ma..." macht den Slogan einprägsam.
  • Der Rhythmus (Jambus - Daktylus - Jambus) klingt dynamisch und macht den Slogan ebenfalls einprägsam.
  • Der Dreier ist ein bewährtes Konstruktionsmuster für langlebige Slogans: "quadratisch, praktisch, gut"; "Aus Erfahrung gut"; "Bitte ein Bit!"; "3 - 2 - 1- meins"
  • Die Worte "Marken" und "Maschinen" benennen Bielefelder Besonderheiten: die vielen Industriemarken und den Maschinenbau.
Aber inhaltlich, was die Assoziationen der Worte betrifft, spricht vieles dagegen:

Dienstag, 9. Februar 2010

Freie Menschen im Unternehmen

Der britische IT-Trainings-Unternehmer Henry Stewart (Happy Computers) hat Erfolg mit hohen Preisen und Super-Personal und freien Menschen im Unternehmen. Die gewinnt er, indem er die Bewerber einen Tag lang zeigen lässt, ob sie ein besonderes Händchen für die Arbeit haben, für die sie sich beworben haben, und ob sie Kritik aufnehmen können.
Ein Firmenporträt von Anja Förster und Peter Kreutz

Als Texter merke ich an: Der simple, aber wirksame Firmenname und Slogan ("Happy computers, happy elearning, happy people") trägt sicher das seinige zum Erfolg der Firma bei - sowie die Selbstverpflichtung, als "Carbon Zero Company" ("Null-CO2-Unternehmen") zu arbeiten.

Aus dem Tagebuch eines Texters (II): Handwerker-Faltblatt

Ein Bauhandwerker brauchte ein Faltblatt (auch Folder oder, fälschlich, Flyer genannt), um seinen Kunden eine neue Technik und eine neue Dienstleistung vorzustellen. Eine Grafikerin hat ein Konzept und ein Layout gemacht. Der Textentwurf war eine Koproduktion von Handwerker und Grafikerin: langweilig, klanglos, keine Headlines, keine Faszination, keine Kundenwünsche wurden geweckt. Jetzt hat er einen neuen Text, der genau ins vorgegebene Layout passt, alle Fotos berücksichtigt - und ein richtiger Werbetext ist nach den Regeln der Kunst:
  • ungewöhnliche Headlines (Überschriften), die aufmerksam machen
  • direkte Ansprache der potenziellen Kunden
  • Emotionen der potenziellen Kunden werden angesprochen
  • Das Eigentum der Kunden wird ebenso aufgewertet wie die technische Dienstleistung an diesem Eigentum.

Freitag, 5. Februar 2010

Aus dem Tagebuch eines Texters (I): Kreativität

Der Kreativitätstrainer Jens-Uwe Meyer ("Die Ideeologen") analysierte bei business-wissen.de fünf Scheren im Kopf, die bei vielen Menschen die Kreativität behindern, indem sie neue Ideen sofort abschneiden. Diese fünf Scheren sagen:
  1. Das haben wir noch nie so gemacht. (die Gewohnheitsschere)
  2. Das geht nicht. (die Machbarkeitsschere)
  3. Das gibt es nicht. (die Wissensschere)
  4. Das darf man nicht. (die Regelschere)
  5. Das ist widersprüchlich oder stößt auf Widerspruch. (die Widerspruchsschere)
Ich habe mich heute selbst überprüft und nach diesen Scheren in meinem Kopf gesucht.