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Dienstag, 15. April 2014

Wort der Woche (4): Cheers for Fears

Heute mal was Englisches - das ist ja auch eine sehr schöne Sprache!
Die Initiative Cheers For Fears (wörtlich: "Jubel für Ängste") wurde im Sommer 2013 von Studierenden und Akteuren der NRW-Theaterszene gegründet, um sich über künstlerische Arbeitsweisen auszutauschen. Im März 2014 fand unter dem gleichen Titel ein Festival im Mülheimer Ringlokschuppen statt, auf dem junge Theaterkünstlerinnen und -ler der Folkwang-Hochschule Essen und der Ruhr-Uni Bochum Arbeiten ausstellten.
Aus Textersicht ein ziemlich genialer Titel, denn er vereint gleich vier klassische Redefiguren in nur drei Silben:

Freitag, 20. Dezember 2013

Wort der Woche (3): Parke

Sprachwissenschaftler der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und anderer Akademien haben im November 2013 einen Bericht zur Lage der deutschen Sprache vorgelegt - hier ein Tagesspiegel-Bericht dazu. Ein wichtiges Ergebnis daraus: Die meisten Anglizismen bereichern die deutsche Sprache eher, als dass sie sie verschandelten oder gefährdeten. Ein Beispiel dafür ist der eingedeutschte Plural des ursprünglich englischen Wortes "Park": Parke.

Sonntag, 29. Januar 2012

Eine Quelle des Denglischen: die deutsche Angst vor Metaphern

Am 24.9.2011 sagte ein Radiojournalist in WDR 3: "Beirut, getrennt durch die green line, die so genannte grüne Linie..."
Warum übernahm er die Metapher, als er sie auf Englisch zitierte, und distanzierte sich davon, als er sie wörtlich ins Deutsche übersetzte? Warum können englische Journalisten eine Grenze einfach "grüne Linie" (green line) nennen (wohl weil sie mal jemand auf einem Stadtplan mit grünem Stift eingezeichnet hat), deutsche aber nicht? 
Die deutsche Furcht vor einfachen, griffigen Metaphern - und die englische Liebe zu einfachen, griffigen Metaphern - dürfte eine wichtige Quelle für das Phänomen "Denglisch" sein. Denn sie führt dazu, dass solche Metaphern nicht ins Deutsche übersetzt werden.

Freitag, 9. Oktober 2009

Gute Werbung: "I shame me so for my English"


Die Berlitz-Sprachenschulen warben im Sommer 2009 für Englisch-Sprachkurse mit Plakaten, Anzeigen und Internet-Bannern; darauf das Bild eines Mädchens, das sein Gesicht hinter der hoch gezogenen roten Bluse verdeckt und sagt: „I shame me so for my English.“

Montag, 22. Dezember 2008

Debatte über Werbe-Denglisch

Im Literaturhaus Berlin diskutierten Prof. Christoph Fasel, Experte für Verbraucherjournalismus, und Volker Nickel vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft über Sinn und Unsinn englischer Werbeslogans wie "Feel the Difference" oder "Welcome to the Becks Experience".
Bericht im manager-magazin 12.12.2008

Tatsache ist: Die Mehrheit der Deutschen versteht da nur Bahnhof (oder hört gar nicht hin). Wozu für teures Geld einen Slogan verkünden, den kaum einer richtig versteht? Will Becks sein Bier wirklich nur an Leute verkaufen, die auf Anhieb wissen, dass "experience" nicht "Experiment", sondern "Erlebnis" heißt? Kann Becks es sich wirklich leisten, alle potenziellen Käufer abzuschrecken, die sich beim Bier lieber auf keine Experimente einlassen?

Dass englische Slogans die meisten Deutschen kalt lassen, hat die Dortmunder Statistikerin Isabell Kick schon 2004 gemessen (Spiegel Online 28.7.2004). Meine Hypothese dazu: Das liegt daran, dass deutsche Muttersprachler die englischen Slogans nicht hören, wenn sie sie lesen. Das Lesen löst kein Hör-Erlebnis aus. Diese Slogans sprechen nicht; sie sind stumm. (Was wiederum damit zu tun hat, dass die meisten nicht so genau wissen, wie die englischen Wörter korrekt auszusprechen sind. Und damit, dass Englisch automatisch mit Werbung assoziiert wird, also als überflüssig gilt.)

Nickel konterte etwas dümmlich mit der Frage, ob man künftig nicht mehr "Toaster" oder "cool" sagen dürfe. Als ob jemand so etwas fordern würde. Aber "experience" muss man wirklich nicht sagen, wenn man genau so gut "Erlebnis" sagen kann.

Zurecht verwies Nickel auf die größeren Probleme, die "verklausuliertes Beamtendeutsch" verursacht. Dass dieses und "englische Fachausdrücke" oft auf dem gleichen Mist wachsen, habe ich hier schon vor Jahren aufgespießt:
Warum Canceln typisch deutsch ist

Zum Abschluss brachte Nickel ein wegweisendes Beispiel: Der McDonald's-Slogan "Ich liebe es" hat von Deutschland aus, übersetzt in die jeweilige Landessprache, einen Siegeszug um die Welt angetreten. Genau! Habt den Mut, Gefühle in Deutschland in den Worten auszudrücken, die ihr als Kind zu diesem Zweck gelernt habt! Nur so können kräftige, siegreiche Slogans entstehen.

Und habt den Mut, erfolgreiche englische Slogans für den deutschsprachigen Markt in gutes Deutsch zu übersetzen! Dabei helfen Werbetexter und Übersetzer;-)