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Dienstag, 5. Januar 2016
Zukunftsmeldungen werden oft zu Lügen
Am 9.12.2015 meldete die Neue Westfälische mit vielen anderen Zeitungen groß auf Seite 2: »Wende im NSU-Prozess«. Darüber ein großes Foto der angeklagten Faschistin und mutmaßlichen Mörderin. Darunter die Unterzeile: »Tagesthema: Die Hauptangeklagte B. Z. will nun ihr mehrjähriges Schweigen brechen.« Der erste Absatz des Artikels: »Was will B. Z. wohl aussagen? (…) Der 249. Verhandlungstag könnte eine Wende im Münchener NSU-Prozess bringen.« Es folgen rund 70 Zeilen, die nur offene Fragen, Spekulationen und kalten Kaffee enthalten. Die Schlagzeile »Wende im NSU-Prozess« war eine glatte Lüge, denn in Wirklichkeit hatte es am Vortag keinerlei Wende in jenem Prozess gegeben.
Montag, 16. November 2015
Liberté, égalité, fraternité! Vive la vie!
Die Mörder meinen dich und mich. Dieses Gefühl hatte ich bereits bei den Bomben auf die Friedensdemonstration in Ankara am 10. Oktober.
Wir erfahren gerade, was unsere hart erkämpfte Freiheit wert ist.
Wie vereinigen wir Friedfertigkeit und Widerstand gegen die drohende Tyrannei?
Fabian Federl betont im Tagesspiegel den Aspekt, dass die Mörder nicht "unsere (westliche) Kultur", sondern die menschliche Kultur überhaupt angegriffen haben. Dass man Musik hört, tanzt und einen trinken geht, ist keine abendländische Erfindung.
Noch eine Anmerkung zur Macht der Worte:
Warum gerade das Bataclan? Es ist benannt nach der Operette Ba-ta-clan von Jacques Offenbach und Ludovic Halévy; beide waren jüdischer Konfession oder Herkunft. Das moderne Bataclan gehörte Juden und stand in der Kritik wegen Veranstaltungen, die manche als proisraelisch werteten. Auch die Gruppe "Eagles of Death Metal", die dort spielte, war in Israel aufgetreten und hatte sich israelfreundlich geäußert. Zu diesen Bezügen (auch kritisch) schreiben Lisas Welt und publikative.org.
Man kann die historische und begriffliche Spurensuche noch weiter treiben: Das Bataclan steht am Boulevard Voltaire. Eine der angegriffenen Kneipen hieß "Comptoir Voltaire". Der Aufklärer Voltaire war den fanatischen Katholiken des 19. Jahrhunderts besonders verhasst wegen seiner scharfen Kritik an den Dogmen der katholischen Kirche. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass den Mördern alle diese Bezüge klar waren, haben sie mit Paris auf jeden Fall die Stadt ausgewählt, in der es von Zusammenhängen dieser Art wimmelt.
Wir erfahren gerade, was unsere hart erkämpfte Freiheit wert ist.
Wie vereinigen wir Friedfertigkeit und Widerstand gegen die drohende Tyrannei?
Fabian Federl betont im Tagesspiegel den Aspekt, dass die Mörder nicht "unsere (westliche) Kultur", sondern die menschliche Kultur überhaupt angegriffen haben. Dass man Musik hört, tanzt und einen trinken geht, ist keine abendländische Erfindung.
Noch eine Anmerkung zur Macht der Worte:
Warum gerade das Bataclan? Es ist benannt nach der Operette Ba-ta-clan von Jacques Offenbach und Ludovic Halévy; beide waren jüdischer Konfession oder Herkunft. Das moderne Bataclan gehörte Juden und stand in der Kritik wegen Veranstaltungen, die manche als proisraelisch werteten. Auch die Gruppe "Eagles of Death Metal", die dort spielte, war in Israel aufgetreten und hatte sich israelfreundlich geäußert. Zu diesen Bezügen (auch kritisch) schreiben Lisas Welt und publikative.org.
Man kann die historische und begriffliche Spurensuche noch weiter treiben: Das Bataclan steht am Boulevard Voltaire. Eine der angegriffenen Kneipen hieß "Comptoir Voltaire". Der Aufklärer Voltaire war den fanatischen Katholiken des 19. Jahrhunderts besonders verhasst wegen seiner scharfen Kritik an den Dogmen der katholischen Kirche. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass den Mördern alle diese Bezüge klar waren, haben sie mit Paris auf jeden Fall die Stadt ausgewählt, in der es von Zusammenhängen dieser Art wimmelt.
Montag, 12. Januar 2015
Die Stifte sollen bleiben - Je suis Charlie
Dienstag, 9. Februar 2010
Freie Menschen im Unternehmen
Der britische IT-Trainings-Unternehmer Henry Stewart (Happy Computers) hat Erfolg mit hohen Preisen und Super-Personal und freien Menschen im Unternehmen. Die gewinnt er, indem er die Bewerber einen Tag lang zeigen lässt, ob sie ein besonderes Händchen für die Arbeit haben, für die sie sich beworben haben, und ob sie Kritik aufnehmen können.
Ein Firmenporträt von Anja Förster und Peter Kreutz
Als Texter merke ich an: Der simple, aber wirksame Firmenname und Slogan ("Happy computers, happy elearning, happy people") trägt sicher das seinige zum Erfolg der Firma bei - sowie die Selbstverpflichtung, als "Carbon Zero Company" ("Null-CO2-Unternehmen") zu arbeiten.
Ein Firmenporträt von Anja Förster und Peter Kreutz
Als Texter merke ich an: Der simple, aber wirksame Firmenname und Slogan ("Happy computers, happy elearning, happy people") trägt sicher das seinige zum Erfolg der Firma bei - sowie die Selbstverpflichtung, als "Carbon Zero Company" ("Null-CO2-Unternehmen") zu arbeiten.
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