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Freitag, 8. Oktober 2021

Erkenntnisphilosophie: Website zum Buch online

 Rainer Dyckerhoff hat 2021 ein Buch über Erkenntnisphilosophie veröffentlicht. Die neue Website www.erkenntnisphilosophie.de geht wie das Buch der Frage nach, wie Erkenntnis funktioniert. Dabei spielen Wahrnehmung, Denken und Begriffsbildung die zentrale Rolle. Die Gedanken des Autors über verstehendes Miterleben als Teil des Erkenntnisprozesses sind vielleicht besonders lebensnah. korfftext erstellte die Website auf Basis von Wordpress im Auftrag des Autors, der selber viele Inhalte beisteuerte. 

Donnerstag, 12. Januar 2012

Online-Banking auf Bönnsch

Die Bonner Sparkasse bietet ihr Online-Banking auch auf Bönnsch und auf Kölsch an - mit witzigen Warnungen wie: „Opjepass: Sonst sin de Nüsele fott.“ Bericht bei Fit for Usability. Wer hätte das gedacht, dass man sogar hässliches Bankdeutsch einbönnschen kann: „Ömbochung“, „Dueropdraach“, „Lassschreff“... Sofort hört sich das charmant an.

Aber so richtig fluppen würde das wohl erst, wenn die Dialoge gesprochen würden und man das hören könnte. Geschriebener Dialekt sieht ja doch immer ein bisschen seltsam aus.

Donnerstag, 8. September 2011

Kurzfilm über die Macht der Worte



Der schöne Kurzfilm "The Power of Words" der britischen Werbeagentur Purplefeather zeigt die Macht der Worte. Leider bislang nur auf Englisch. Der schlagende Text auf der Pappe, der am Ende des Films gezeigt wird, ist eine bewegende Headline, die mit einem altbewährten rhetorischen Mittel arbeitet: Pars pro toto (ein Teil, das fürs Ganze steht). Sie könnte auf einem Plakat stehen, unter dem Blickfang einer Anzeige oder über einer Reportage.
Danke an Frank Wulf für den Tipp.

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Sprechen Sie Bahnhof?

Auch dies ist ein Text- und Usability-Problem!

Szene aus Jacques Tatis Film: "Les vacances de Monsieur Hulot" ("Die Ferien des Monsieur Hulot", 1953)

Wenn Sie sicher gehen wollen, dass Ihre Durchsage von niemandem verstanden wird, müssen Sie Folgendes tun:

Montag, 5. Mai 2008

Das sprechende Augentier

Michael Blaschke vom Bielefelder Unternehmen »filmzeit« warb auf der Kongressmesse »Mehr Erfolg im Mittelstand« am 23. April 2008 in Bielefeld mit einem Vortrag über den Menschen als »Augentier« für sein Produkt: Firmenfilme, die man auf der Website zur Verfügung stellen kann.

Seiner Meinung nach schlägt der Gesichtssinn bei Weitem alle anderen Sinne und vor allem alles Geschriebene. Zum »Beweis« lies er Filmszenen laufen und mokierte sich immer wieder scheinbar darüber, dass das Publikum den Szenen im Hintergrund mehr Aufmerksamkeit zu widmen schien als seinen Worten. Der im Publikum anwesende Texter kam leider erst später auf die Idee, Herrn Blaschke mit einem Zwischenruf zu verunsichern: »Herr Blaschke!«

Da hätte er geguckt und einen Moment geschwiegen, und der Texter hätte gesagt: Sie erleben gerade, wie stark das sprechende Tier Michael Blaschke auf ein gesprochenes Wort reagiert. Nicht umsonst definiert sich der Mensch schon seit Jahrtausenden vor allem über seine Fähigkeit zu sprechen. Und das Sprechen hat immer primär mit Schall, mit Hören zu tun. Wir können also das sprechende und zuhörende Tier gleichberechtigt neben das Augentier stellen.

In die gleiche Kerbe schlagen auch Blaschkes Filme: In fast allen Filmen spielen Interviews die Hauptrolle – also sprechende Menschen. Ohne Ton, ohne Text wären diese Filme weitgehend wertlos.

Firmenfilme sind sicher ein interessantes Medium, aber kein Allheilmittel. Michael Blaschke versuchte, sie gegen die vielen Prospekte auszuspielen, die man auf der Messe mitnimmt und später fast ungelesen wegwirft. Dieses Schicksal trifft vor allem die Mehrheit der schlecht gemachten Prospekte. Doch ein ganz ähnliches Schicksal trifft vermutlich die Mehrheit der schlecht gemachten Firmenfilme. Man hat sie zwar gesehen, aber schon eine Viertelstunde später wieder komplett vergessen. Warum sollte man sich die 63. spiegelnde Marmorfassade vor blauem Himmel merken? Warum sollte man sich die 28. Automatenhand, die ihr Werkteil sicher gepackt und blitzschnell umgedreht hat, merken? Warum sollte man sich die 48. Lastwagenflotte, die dynamisch und voller Fernweh einen großen Parkplatz verziert, merken?

Was Michael Blaschke über die Werbewirkung von Firmenfilmen gesagt hat, trifft nur für die guten Firmenfilme zu. Die guten Werbeprospekte schaffen das aber auch.

Jens Jürgen Korff, Werbetexter in Bielefeld
korffTEXT - Worte, die bewegen



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