Freitag, 5. Februar 2010

Aus dem Tagebuch eines Texters (I): Kreativität

Der Kreativitätstrainer Jens-Uwe Meyer ("Die Ideeologen") analysierte bei business-wissen.de fünf Scheren im Kopf, die bei vielen Menschen die Kreativität behindern, indem sie neue Ideen sofort abschneiden. Diese fünf Scheren sagen:
  1. Das haben wir noch nie so gemacht. (die Gewohnheitsschere)
  2. Das geht nicht. (die Machbarkeitsschere)
  3. Das gibt es nicht. (die Wissensschere)
  4. Das darf man nicht. (die Regelschere)
  5. Das ist widersprüchlich oder stößt auf Widerspruch. (die Widerspruchsschere)
Ich habe mich heute selbst überprüft und nach diesen Scheren in meinem Kopf gesucht.
Bei einer bin ich fündig geworden: der Machbarkeitsschere. "Das geht nicht" - ja, diesen Einwand habe ich in meinem Kopf schon öfter gehört. Da werde ich dran arbeiten.

Aber, die gute Nachricht ist: Fehlanzeige bei allen vier übrigen Scheren!
  1. "Das haben wir noch nie so gemacht?" Höchste Zeit also, es endlich mal anders zu machen. Ich liebe neue Wege - beim Wandern, beim Marketing, in der Kunst, in der Politik und überhaupt.
  2. "Das gibt es nicht?" (Oder auch: "Dazu gibt es keine Alternative?") Von wegen! Dass ich selbst noch nichts davon weiß, ist doch kein Grund für die Annahme, dass es da auch nichts gibt. Ich weiß doch, wie wenig ich weiß! Und Leonardo da Vinci hat gesagt: Es gibt immer eine andere Möglichkeit. Der Mann war eben klüger als Gerhard Schröder.
  3. "Das darf man nicht?" Na, dann mache ich es doch erst recht! Was verboten ist, macht mich doch scharf. (Zu Ihrer Beruhigung: Ich habe sehr klare Maßstäbe des rücksichtsvollen und hilfsbereiten Verhaltens. Aber die habe ich mir selbst gegeben. So was Wichtiges lasse ich mir doch von niemandem diktieren!)
  4. "Das ist widersprüchlich?" Na, um so besser! Ich liebe Widersprüche; die machen das Leben doch erst richtig spannend! Und Ulrich von Hutten hat gesagt: Ich bin kein ausgeklügelt Buch. / Ich bin ein Mensch mit seinem Widerspruch.

Jens Jürgen Korff